Es kommt immer…

völlig anders als geplant. Eigentlich sollte alles ganz entspannt laufen. Ein paar kleine Verbesserungen am Boot, hier und da etwas aufpeppen – das war der Plan Ende der Saison 24. Aber wie das bei Bootsprojekten so ist: Sie entwickeln eine ganz eigene Dynamik. Und aus kleinen Projekten werden plötzlich ziemlich große….(-:

Unser Landliegeplatz über den Winter. Quasi wie im Wasser nur ohne schaukeln…..

Fangen wir von vorne an.

Im Herbst haben wir beschlossen, unser Boot ein wenig auf Vordermann zu bringen und auf die große Reise vorzubereiten. Erster Schritt: das Großsegel. Also schleppten wir das tonnenschwere Tuch zum Segelmacher. Der begutachtete es kurz, zeigte mit dem Kugelschreiber auf ein paar kleine Löcher – und verwandelte sie in Sekundenschnelle in ausgewachsene Risse. Klare Botschaft: Ein neues Segel muss her.

reinigen, polieren, wachsen

Also wieder eingepackt, zum nächsten Segelmacher – und siehe da: ein deutlich günstigeres Angebot, ohne Qualitätsverlust. Deal!

Das neue Großsegel bei der Montage….

Als Nächstes wollten wir eigentlich nur die Seitenscheiben abdichten. Eigentlich. Am Ende haben wir sie komplett ausgebaut und neu eingeklebt. Tja – “mal eben abdichten” ist nicht.

Und so ging es weiter:

Die Ankerkette sollte entrostet werden – was sich als ziemlich sinnlos herausstellte. Also: neue Kette. Unsere 2024 neu installierte Edelstahl-Ankerplatte zeigte Rostnasen. Also raus damit – und noch mal neu eingebaut.

Motoren und Saildrive? Sollten eigentlich überholt werden. Wurde nichts draus. Nach reiflicher Überlegung (und reichlich Aufwand) haben wir uns für zwei neue Motoren inklusive Saildrive von Beta Marine entschieden und die alten Volvo Penta verkauft.

Plan war, bis April fertig zu sein. Spoiler: Hat nicht geklappt. Beta Marine hatte 4 Wochen Lieferverzug.

Dann verabschiedete sich auch noch unser geliebter Außenborder – mit einem Riss im Motorblock. Aber besser jetzt als in der Saison. Wir haben einen tollen Ersatz (neuer 15 hp Yamaha Enduro) gefunden der mittlerweile nicht mehr wegzu denken ist. Wir lieben Ihn!

Und weil wir während der Wartezeit auf die neuen Beta Motoren nicht untätig rumsitzen wollten, haben wir gleich die kompletten Toilettenschläuche ersetzt. Und die neun Seeventile. Und natürlich neue Fittinge, neue Schläuche – ihr ahnt es….nur Schlangenmenschen können das….(-:

Auch unser Watermaker kam im Winter zur Generalüberholung zum Hersteller. Im April wieder eingebaut – 50 Kilo raus, 50 Kilo rein. Ein echter Kraftakt. Natürlich auch hier: neue Anschlüsse, neue Schläuche, neues Glück.

Kurz gesagt: Das “kleine Projekt” wurde – wer hätte es gedacht – ganz schnell ganz groß.

Aber hey: Jetzt sind wir super happy. Nach gut vier Wochen Verspätung haben wir endlich wieder Wasser unter dem Kiel – und sind direkt nach der Probefahrt von Port Saint Louis du Rhone Richtung Hyères aufgebrochen.


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